„Alles was wir brauchen ist Liebe“

Benefizkonzert des Deutsch-Französischen Jugendwerks für die Flüchtlingshilfe

Vor dem Kesselhaus in der Kulturbrauerei hat sich eine lange Schlange gebildet. Überwiegend junge Leute stehen an. Am Eingang werde ich mit einem herzlichen „Bonsoir“ begrüßt. Im Kesselhaus findet heute das Benefizkonzert des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) statt. Das Line-Up kann sich sehen lassen: Neben der französischen Elektro-Pop-Punk-Band Bagarre, stehen Isolation Berlin und Culcha Candela auf der Bühne. Sie verdienen an diesem Abend kein Geld. Dafür feiern sie die Liebe und den Respekt untereinander.

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Der Sänger der Band Bagarre ruft zum Ende ihres Auftritts: „The reason why we are here is fucking important! We need love!“ In der aktuellen Situation, sei es wichtiger denn je, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam eine Vermittlersituation einnehmen, so Béatrice Angrand, Generalsekretärin vom DFJW.

Dieses Benefizkonzert steht in direktem Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Fest, an dem die Freundschaft beider Länder gefeiert wird. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in Paris den sogenannten Élysée-Vertrag. Er war der erste Meilenstein der deutsch-französischen Zusammenarbeit.

Im Backstageraum des Kesselhauses gab es einen großen Empfang, zu dem Freunde, Förderer und Geförderte eingeladen wurden. Der Höhepunkt des Abends ist das Benefizkonzert, wo die Türen für alle Gäste geöffnet werden.

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Der vollständige Erlös geht an den Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF). Damit setzt das Deutsch-Französische Jugendwerk auch ein ganz besonderes Zeichen. Denn die sogenannte Politik beider Länder unterscheidet sich in ihrer Haltung zur Aufnahme und Duldung von Geflüchteten stark. Während Deutschland mit der sogenannten Willkommenspolitik für Schlagzeilen sorgte, hat sich Frankreich eher zurückgehalten.

Béatrice Angrand hofft, damit gerade auch in Paris ein positives Signal auszusenden. Denn ein Benefizkonzert für Geflüchtete sei in Frankreich eher unüblich.

Als letzte Band des Abends stürmen Culcha Candela die Bühne. Auch sie rufen für mehr Offenheit und Zusammenarbeit auf. Sie singen „Herzlich Willkommen“ und halten eine flammende Rede gegen Hass und für den Austausch untereinander. „Gebt allen Menschen, die um euch herum stehen, ein High Five zum Kennenlernen! Schön, dass ihr da seid!“. Ich klatsche meine fünf Nachbarn ab und bin auch froh da zu sein.

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Autorin: Jennifer Weese