Einheit für Berlin – 26 Jahre Deutsche Einheit

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Menschenmassen sind auf dem Pariser Platz, direkt vor dem Brandenburger Tor nichts Besonderes. Touristen, die sich vor der Sehenswürdigkeit ablichten lassen, oder die Straßenkünstlern beobachten. Doch heute ist es etwas anderes: die Massen strömen durch das Brandenburger Tor, um auf die Straße des 17. Juni zu gelangen. Diese ist zum Leidwesen aller Autofahrer wegen des Fests zum Tag der Deutschen Einheit komplett gesperrt. Statt des üblichen Autoverkehrs, schieben sich Menschen zwischen Straßenkünstlern, Bühnen, Sportangeboten und Essensständen durch die Straße.

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Das diesjährige Fest am symbolträchtigsten Ort der Wiedervereinigung ist ein Fest für die ganze Familie. Statt der großen Bühne, wie zum 25. Jubiläum, gibt es in diesem Jahr mehrere kleine Bühnen, die über die Straße des 17. Juni verteilt sind. Das Brandenburger Tor, das Symbol der Einheit, bleibt also auch vom letzten Ende des Veranstaltungsortes sichtbar, wo dem Tor ein Riesenrad gegenübersteht. Dazwischen eine Mischung aus Fressmeile und Jahrmarkt. Verschiedenste Essensangebote, Biergartenflair, Karussells und Mitmachangebote, laden die Besucher zum Bleiben ein. Außerdem gibt es drei kleine Bühnen, auf denen an diesem 3. Oktober vor allem deutschsprachige Bands ihre Songs performen. Wenn man die Menschen fragt, warum sie heute zum Brandenburger Tor gekommen sind, antworten sie sehr verschieden.

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So unterschiedlich ihre Gründe auch sind, die meisten verbinden mit der Einheit ein gewaltfreies und respektvolles Zusammenleben. Gerade jetzt, 27 Jahre nach dem Fall der Mauer und 26 Jahre nach Unterzeichnung des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland, ist es wichtiger denn je, sich den Einheitsgedanken zu vergegenwärtigen. In Dresden wird das Einheitsfest überschattet von Protesten und von Entzweiung. Die Frage, wie wir mit der Uneinigkeit in der Einheit umgehen ist auch ein Thema bei den Besuchern des „Fests zum Tag der Deutschen Einheit“ am Brandenburger Tor. Dabei zeigt gerade ein Tag wie heute, wie wichtig es ist, Grenzen zu überwinden und Menschen zueinander zu bringen. Dabei gibt es ganz persönliche Definitionen des Einheitsbegriffs.

Die jüngeren Generationen kennen kein geteiltes Deutschland und kein geteiltes Berlin. Und auch, wenn es immer noch Unterschiede zwischen Ost und West gibt, so wurden durch die Wiedervereinigung Liebende, Familien und Freunde zusammengeführt. Dass dieser Gedanke erhalten bleiben muss,  zeigt das heutige Fest deutlich. Der Rummel rund um das Brandenburger Tor beweist: Das Unmögliche ist möglich.

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Autorin: Jennifer Weese