A Soul for Europe Conference 2016

A Soul for Europe Conference 2016

*written in English below

20161109_132757

Zum achten Mal jährte sich die A Soul for Europe Conference, und auch wir von ALEX TV waren wieder live dabei. Erst im vergangenen September traf ich bereits auf einige Mitwirkende und Mitglieder der Strategiegruppe, mit denen ich mich auf dem Lollapalooza Festival 2016 über die vielfältigen Aufgaben und Ziele der Initiative unterhielt. Gegründet wurde A Soul for Europe im Jahr 2004 u.a. von Nele Hertling, der „Grande Dame des Berliner Kulturbetriebs“, die es sich auch im Alter von 82 Jahren nicht nehmen ließ, an der zweitägigen Konferenz im Allianz Forum in Berlin teilzunehmen. Kurz zuvor war sie auch bei uns im ALEX Studio zu Gast, in der Sendung Raum für Notizen. Hier findet ihr die Playlist zur Conference A Soul for Europe.


Das Ziel von A Soul for Europe besteht darin, ein europäisches Netzwerk aus Politik- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftliche Institutionen zu bilden, die gemeinsam und mithilfe von Kunst und Kultur die Zukunft Europas positiv gestalten und stärken wollen. Besonders im Kontext gegenwärtiger Krisen, die die EU nicht zuletzt aufgrund der Flüchtlingsdebatte immer weiter auseinander zu treiben scheinen, kam die Konferenz sehr gelegen, um über die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren.

Mit einem voll ausgestatteten Ü-Wagen und einem motivierten ALEX-Team, ging es am 08. November mit einer Begrüßungsrede vom Allianz-Repräsentanten Markus Nitsche in die Live-Übertragung. Im gläsernen Allianz Forum tummelten sich zahlreiche Besucher aus Politik und Kultur, darunter auch bekannte Gesichter wie Richard Kühnel. Der Repräsentant der deutschen Europäischen Kommission fand ebenfalls eröffnende Worte. Er appellierte an die Zivilgesellschaft und betonte, dass es an der Zeit sei selbst aktiv zu werden, und nicht auf das Engagement anderer zu warten. Der erste Konferenztag stand unter dem übergreifenden Thema „Neue Verpflichtungen für die Städte“, und versuchte der Frage auf den Grund zu gehen, wie sich Städte über lokales Engagement stärker in den europäischen Integrationsprozess einbinden können. Dabei wurden im Rahmen des ,,Marketplace“ fünf Projekte vorgestellt, die diese Idee mithilfe von länderübergreifenden Aktivitäten, wie z.B. einer Europa-Lichtinstallation oder dem europäischen Online-Magazin Cafébabel, umzusetzen versuchen. Allgemein stand die bürgerschaftliche Mitverantwortung im Fokus des ersten Konferenztages.20161108_124906

Mit Sonnenschein aber recht frostigen Temperaturen ging der zweite Programmtag in einer etwas betrübteren Stimmung los. Grund dafür war nicht etwa das 27. Jubiläum zum Berliner Mauerfall, sondern das nicht weniger historische Ergebnis der 58. Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten. Den müden Gesichtern nach zu urteilen, blieben einige Besucher vermutlich die ganze Nacht wach, um dieses Spektakel mit zu verfolgen. Donald Trump als neuer Präsident der USA? Damit hatte in unseren Breitengraden kaum einer gerechnet. So wurde im Laufe der Konferenz immer wieder Bezug auf die US Wahl 2016 genommen, um auch auf die in Europa immer lauter werdenden populistischen Stimmen aufmerksam zu machen. Mehr denn je sei die EU gefordert, populistischen Bewegungen auf allen Ebenen entgegenzuwirken, so der Moderator Andreas Bock.

Die überraschende Wende in der Präsidentschaftswahl überschattete allerdings nicht die Stimmung der Konferenz. Einen Lichtblick leisteten drei rege Paneldiskussionen, in denen die Themen ,,Arts and Culture for Europe“, ,,Flight and Migration“ sowie ,,Starting from the Bottom-Up“ behandelt wurden. Neben politischen Größen wie Rita Süssmuth oder Elmar Brok, trafen weitere Diskutanten aus Kultur und Politik aufeinander, um über den Status Quo sowie über Lösungsvorschläge für den kulturellen Zusammenhalt Europas zu diskutieren. Als ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages sprach sich Rita Süssmuth u.a. für die zunehmende Wichtigkeit interkulturellen Lernens aus und gab zu Bedenken, dass sich Probleme nicht nur mit neuen Institutionen lösen ließen. Auch solle die politische Debatte nicht auf den Unterschieden, sondern viel mehr auf den Gemeinsamkeiten zwischen Ost- und Westeuropa basieren. Moderiert wurden die Panels u.a. von Farid Tabarki, der die Diskussionsteilnehmer mit interessanten und gezielten Fragen stets herausforderte.

20161109_095646

Nach sechs Stunden Liveübertragung ging für das ALEX-Team die Arbeit zu Ende, während die Konferenz mit einer vierten Paneldiskussion und abschließenden Worten von Nele Hertling noch einige Stunden weiterging. Auch wenn sich die Zukunft Europas nicht in zwei Tagen vollständig gestalten lässt, hat die A Soul for Europe Conference 2016 einen wichtigen Beitrag für einen offenen und konstruktiven Umgang mit der Frage nach einer starken europäischen Einheit geleistet.

Autorin: Nadège Fundschler

————————————————————————————–

English version

A Soul for Europe is an initiative that aims to strengthen societies creative cultural potential and by this also the pillars of our democracy. Carried out by 20 European countries and their civil society representatives from branches such as economy, culture, business and media, the goal is to achieve a common ground, thus actively building „Europe from below“. Their motto is to overcome all the social, economic, cultural, political and regional barriers and to create a Europe of Europeans. In the year 2004, A Soul for Europe was co-founded by Ms. Nele Hertling, who’s also known as ‚Grande Dame of the German Off-Culture‘.

The 8th annual A Soul for Europe conference was held on the 8th and 9th of November, at the Allianz Forum. This revolutionary summit took place right next to the historic landmark, Brandenburger Gate. This summit took place right next to the historic landmark. Everyone came together to discuss the increasing populist issues and challenges that Europe has to deal with at the moment. This event saw a combination of panel discussions, workshops, presentations, speeches, proposals, etc., to enforce the idealism of „Europe of Europeans“.

A Soul for Europe

The three panel discussion was moderated by Farid Tabarki with absolute Gusto. Topics of each panel were Art and Culture, Flight and Migration and Starting Bottom-up. The panels were packed with fascinating figures from the world of Art & Culture, Beral Madra, a Turkish curator and head of the BM Contemporary Art Centre and Archive, in Istanbul, György Dragoman, a Hungarian author and literature translator, Helen Sildna, Founder and Owner of Tallinn Music Week, Citizen of the year 2015 in Estonia, Aleš Šteger, Poet, Editor and Translator from Slovenia, and Paul Spies, the Director of Stadtmuseum Berlin and Chief curator of the State of Berlin at the Humboldt Forum.

In addition, we have also witnessed extremely compelling speeches from various politicians. Mr. Richard Kühnel, the representative of the German European Commission said it’s time to take action and not wait on others to take part. President of the German Budestag, Rita Süssmuth, as well as Elmar Brok, Julie Ward and Arne Lietz, Members of the European Parliament, or Emil Boc, Mayor of Cluj-Napoca and former Prime Minister of Romania and Hella Dunger-Löper, State Secretary and European Commissioner for the State of Berlin, spoke on the growing importance of intercultural education and raised concerns that problems could not be solved solely with installation of new institutions. Moreover, the political debates should be based on similarities between Eastern and Western Europe, instead of the differences.

Reference of the US election and Brexit vote in Great Britain, came up at many occasion to point out the populistic movement growing rapidly in Europe. According to Moderator Andreas Bock, More than ever, this is the moment for EU to come together and counteract against populism at every level. The discussion stressed not only on the refugee movements on the first day but also tried to get to the bottom of the question, How European cities could be integrated into the European integration process through the involvement of the locals. Five projects were presented with the Framework being Citizenship as the focus to encourage local participation. Two days filled with such motivational and inspiring exhibition to pull a land together as one, was really amazing to witness. The 8th A Soul for Europe conference left us with wide scopes and opportunities to turn Europe into a stronger continent by coming together, not as individual but as a European!

Written by: Suva Pawloski