SOUL of STONEWALL AWARDS @ CSD Berlin

Verleihung der Soul of Stonewall Awards auf dem CSD

Mit den Souls of Stonewall Awards werden auch in diesem Jahr wieder Organisationen und Einzelpersonen geehrt, die sich für die Rechte von LSBTI* einsetzen.

Stonewall leitet sich von dem Namen der Bar „Stonewall Inn“ in der New Yorker Christopher Street ab, in der im am 28.Juni 1969 der sogenannte Stonewall-Aufstand stattfand. Dabei stellten sich insbesondere Dragqueens und Transsexuelle den wiederkehrenden gegen Trans- und Homosexuelle gerichteten Kontrollen und Razzien der Polizei entgegen und gaben den Ausschlag für tagelange Straßenschlachten.

In der Kategorie National erhält das Lili Elbe Archiv den Award; als unabhängiger Ort zur Überlieferung der eigenen Geschichte nicht­normativer Geschlechtlichkeiten wurde es im Jahr 2013 in Berlin gegründet. Namensgeberin Lili Elbe war eine intersexuelle Dänische Malerin, nach deren Lebensgeschichte der Kinofilm „The Danish Girl“ entstanden ist.  Die Gründung entsprang der Initiative einiger Menschen, dass es den widerständigen Bewegungen obliegt, ihre Geschichte selbstdefiniert zu sammeln und zu bewahren.

(www.lili­elbe­archive.org/)

LILI_ELBE_ARCHIV[1]

 

In der Kategorie Kultur empfängt Falk Richter den Stonewall Award. Er gehört zu den wichtigsten Zeitgenössischen Dramatikern und Theaterregisseuren. In Stücken wie SMALL TOWN BOY (http://www.gorki.de/spielplan/small-town-boy/) setzt er sich mit Gesellschaft und persönlicher Identitätsfindung auseinander, in FEAR (http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/fear.html ) thematisiert Pegida, AfD und anderen rechten Strömungen. Richter wünscht sich mehr queere Schauspieler in Theater und Film, um die Community sichtbarer zu machen– Gleichberechtigung und dieselben Rollenangebote für LSBTI* Darsteller wie für heterosexuelle Schaupieler müssten erreicht werden. (www.falkrichter.com )

FALK_RICHTER[1]

 

Die Laudatio wird von der Berliner Kabarettistin Idil Baydar gehalten. Verkleidet als ihre Kunstfigur Jilet Ayse appelliert sie an die Solidarität der LSBTI* Community mit Migranten.

JILET_AYSE[1]

 

Der 20-jährige Journalist Riamani Chisty wird in seiner Heimat Bangadesh auf Grund seiner Homosexualität verfolgt und wurde bereits mehrfach von islamistischen Gruppen angegriffen und gefoltert. 25 Mal wurde er wegen „unnatürlicher sexueller Praktiken“ und Verletzen religiöser Gefühle angeklagt und musste seinen Job aufgeben. Er erhält in Stonewall Award in der Kategorie Widerstand.

RIAMANI_CHISTY[1]

 

Den Sonderpreis erhält die Organisation Sea Watch, die Ende 2014 aus einer Initiative von Freiwilligen entstanden ist und sich die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeerraum zur Aufgabe gemacht hat. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden und konnte im Jahr 2015 über 5000 Menschen das Leben retten. (www.sea­watch.org)

SEAWATCH[1]

 

Autorin: Pia Steckelbach