Grüne Mode bei der Ethical Fashion Show und dem Greenshowroom

Die Ethical Fashion Show & Greenshowroom auf der Fahion Week

Zweimal im Jahr kommen sie in Berlin zusammen – Designer, Blogger und Fashion-Liebhaber. Dass die Berliner Fashion Week weniger die großen Namen zu bieten hat, interessiert sie wenig. Und das nicht zu unrecht. Denn seit einigen Jahren sind bei der Berliner Fashion Week vor allem Jungdesigner zu sehen. Eingerahmt wird das Laufstegprogramm von diversen Messen und Showrooms.

Die Ethical Fashion Show und der Greenshowroom gliedern sich in dieses Programm der Fashion Week ein. Drei Tage lang gibt es im Postbahnhof fair produzierte und grüne Mode zu sehen. Begleitet wird die Messe von Vorträgen und Gesprächsrunden zu den Themen Produktion, Lieferketten und Zertifizierung. Seit 2009 bereichert der Greenshowroom die Berliner Fashion Week. Der von der Fashiondesignerin Magdalena Schaffrin ins Leben gerufene Salon für nachhaltige High Fashion hat den Ansatz, die Modeindustrie ein wenig zu revolutionieren. 2011 kam dann die Ethical Fashion Show hinzu. Diese, von der Messe Frankfurt organisierte Fachmesse für Casualwear, macht die ethisch und ökologisch korrekt produzierte Mode einem breiteren Publikum zugänglich.

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Bio ist „en vogue“ – Wir wollen wissen, wo unsere Produkte herkommen und wie sie produziert wurden. Bioläden sprießen in Berlin wie Pilze aus dem Boden, vegan leben ist Trend. Es ist nur logisch, dass auch das Thema nachhaltige Mode immer beliebter wird. Eco-Fashion zeigt, dass es einen anderen Weg gibt, als die herkömmlichen Modeketten, die oft unter prekären Bedingungen produzieren, zu unterstützen. Die Ethical Fashion Show und der Greenshowroom wollen ein Bewusstsein schärfen, so Thimo Schwenzfeier von der Messe Frankfurt.

Ein großes Problem ist das sogenannte „Greenwashing“. Durch zusätzliche Kollektionen, namenhafter Modehäuser, mit Zusätzen, wie „green“, „conscious“ oder „slow“, wird dem Käufer oft vorgegaukelt, es handle sich um ethisch und ökologisch korrekt produzierte Ware. Tatsächlich ändert sich an den Produktionsbedingungen der Hauptkollektionen wenig.

Um der Falle des „Greenwashings“ zu entgehen, gibt es Zertifikate, die eine ökologische und sozial verantwortliche Textilproduktion bescheinigen. Die bekanntesten Zertifikate werden von Öko-Tex, der Fair Wear Foundation oder vom Global Organic Textile Standard (GOTS) ausgestellt. Dass es so viele Zertifikate auf dem Markt gibt, zeigt auch, dass es keine einheitliche Lösung gibt, Produktionsorte zu bewerten. Die ökologischen Faktoren sind leichter zu messen, aber welche Bedingungen für Arbeiter fair sind, dass entscheiden oftmals unabhängige Zertifizierer vor Ort. Für Lina Pfeifer vom GOTS ist die Zertifizierung ein „Funken Hoffnung“, der in die richtige Richtung zeigt. Denn, wo ein Bewusstsein entsteht, beginnt auch das Hinterfragen des gängigen Konsumverhaltens.

Es gibt viele Informationsstellen, wo man sich über die Herkunft der Ware informieren kann. Dennoch liegt es nicht alleine in der Verantwortung der Käufer, aktiv Fragen zu stellen. Schwenzfeier vergleicht es mit dem „Henne-Ei-Prinzip“. Er meint, dass vor allem auch der Einzelhandel informieren muss. „Wenn der Verkäufer mir keine Information über die Produktion geben kann, dann würde ich schon mit dem Auge zucken“, so Schwenzfeier.

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Neue Wege gehen auch die Studierenden der Esmod Berlin. In einer Kooperation mit Manufactum entwickelten sie im vergangenen Semester Outdoormode, die sowohl „active“ als auch „slow“ ist. Für ihre Kleidungsstücke nutzten die Studierenden Monomaterialien, oder verschiedene Materialien, die leicht zu trennen sind. Damit fördern sie Ressourceneffizienz und Kreislauffähigkeit.

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Für Thimo Schwenzfeier von der Messe Frankfurt ist es die Zukunft der Modeindustrie. „Wir haben die Mission, einen anderen Weg einzuschlagen. Wir wollen unseren Kindern und Kindeskindern ja auch einen Planeten überlassen, der halbwegs funktionsfähig ist. Und da gehört die Textil- und Modeindustrie zu einem ganz großen Grat mit dazu.“

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Die Beachtung des Themas nimmt von Mal zu Mal zu. Bei der Ethical Fashion Show und dem Greenshowroom kommen die Einzelhändler mit den Herstellern in Kontakt und auch die Modebegeisterten Fashion Week-Besucher finden ihren Weg zur Messe. Es ist eben ein Zukunftsthema.

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Autorin: Jennifer Weese